Opferkonkurrenzen

Debatten um den Völkermord an den Sinti und Roma und neue Forschungsperspektiven

  • Karola Fings

Abstract

1992 beschloss die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, den Opfern des Völkermordes an den Sinti und Roma ein eigenes Denkmal zu widmen. Mitten in Berlin, nahe des ehemaligen Reichstagsgebäudes, wurde im Oktober 2012 das von dem Künstler Dani Karavan gestaltete Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europaseingeweiht. Die zwanzigjährige Planungs- und Bauphase war begleitet von Diskussionen über den Stellenwert der NS-Verfolgung von ‚Zigeunern‘ im Vergleich zum Holocaust. Als Höhepunkt gilt die publizistisch ausgetragene Kontroverse zwischen Yehuda Bauer, damals Leiter der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem, und Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Im vorliegenden Paper werden die Debatten vor dem Hintergrund neuerer Forschungsergebnisse zum Völkermord an den Sinti und Roma kritisch reflektiert.

Published
2019-08-06