Frühe Werke der Erinnerung an den Holocaust in Siebenbürgen

  • Zoltán Tibori Szabó

Abstract

Bereits in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs kamen die schrecklichen Details der Tragödie des Judentums im nördlichen, dem nach 1940 an Ungarn angegliederten nördlichen Teil Siebenbürgens ans Tageslicht, wurden das Wesen und die Ereignisse des Genozid in immer breiteren Kreisen bekannt. Zeitgleich mit der allerersten Wahrnehmung der Geschehnisse erschienen zwischen 1945 und 1949 auch in Siebenbürgen literarische und künstlerische Werke, die die Grausamkeiten der Shoah aufzeigten, gleichzeitig aber auch den vernichteten jüdischen Gemeinden ein bleibendes Denkmal setzen wollen. Diese frühen Werke der Erinnerung an den Holocaust trugen später, in den Jahrzehnten nach der Konsolidierung des Kommunismus, als das ‚große Schweigen’ alle Lebensbereiche umfasste, maßgeblich dazu bei, den Massenmord im Bewusstsein zu halten und die Aufmerksamkeit einer jungen Generationen auf das schreckliche Erbe des Nationalsozialismus zu lenken.

Published
2019-08-06