Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen ...

  • Werner Michael Schwarz
  • Béla Rásky
Keywords: Vienna, book-burning, Karl Lueger Memorial, 1933

Abstract

Am 10. Mai 1933 brannten in Berlin und in anderen deutschen Städten die Schei­ terhaufen. An diesem Tag und in den folgenden Wochen wurden hunderttausende Bücher ins Feuer geworfen. Es waren die Werke von Autorinnen und Autoren, die aus politischen Gründen oder weil sie Juden waren, verfemt, verfolgt und ins Exil getrieben wurden.

Achtzig Jahre danach wurde in Wien an zwei in unmittelbarer Nähe gelegenen, historisch konträren Orten an dieses schändliche Ereignis erinnert. Am Denkmal Karl Luegers im Zentrum Wiens zeigte eine Intervention Dokumente zu den Bücherverbrennungen in Deutschland und den damaligen österreichischen Reak­ tionen. Österreich, seit März 1933 diktatorisch regiert und staatlicherseits den Emi­ grantinnen und Emigranten aus Deutschland gegenüber wenig freundlich gesinnt, wurde für fünf Jahre zu einem wichtigen Exilland. Private Initiativen und künstler­ isch­intellektuelle Netzwerke, vor allem im Bereich Theater und Film, sicherten den Vertriebenen ein prekäres Überleben.

Published
2019-08-02